
Würmer beim Hund: Symptome erkennen, richtig handeln und wirksam vorbeugen
Mein Hund hat Würmer: Was soll ich tun?
Wer beim Spaziergang oder zu Hause plötzlich Würmer im Kot seines Hundes entdeckt, erschrickt verständlicherweise. Die gute Nachricht: Sie sind damit nicht allein, und es lässt sich gut behandeln. Laut veterinärmedizinischen Untersuchungen tragen je nach Region und Haltung bis zu 30 Prozent der Hunde in Deutschland Endoparasiten in sich.¹ Bei Welpen liegt die Rate noch deutlich höher. Wurmbefall gehört also zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hunden, und in den meisten Fällen ist er mit der richtigen Behandlung schnell in den Griff zu bekommen.
Handeln sollten Sie trotzdem zügig. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Tierarztpraxis und bringen Sie wenn möglich eine frische Kotprobe mit. Bis dahin gilt: Hände waschen nach dem Kontakt mit Ihrem Hund, Kot im Garten sofort entfernen und den Schlafplatz reinigen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie einen Wurmbefall erkennen, welche Wurmarten in Deutschland vorkommen und wie Sie Ihren Hund sinnvoll schützen. Außerdem klären wir, ob Würmer auch für Menschen gefährlich werden können und welche Rolle das Darmmilieu bei der Vorbeugung spielt.
Wie erkenne ich Würmer beim Hund?
Ein Wurmbefall zeigt sich nicht immer durch eindeutige Symptome. Viele Hunde wirken äußerlich völlig gesund, obwohl sie Parasiten in sich tragen. Umso wichtiger, die typischen Anzeichen zu kennen.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
Wiederkehrender Durchfall, teils mit Schleim oder Blut
Erbrechen, gelegentlich mit sichtbaren Würmern
Ein aufgeblähter Bauch, besonders bei Welpen
Gewichtsverlust trotz normalem oder gesteigertem Appetit
Stumpfes, struppiges Fell
Das sogenannte „Schlittenfahren", bei dem der Hund mit dem After über den Boden rutscht, weil es ihn dort juckt
Bei starkem Befall können Sie Würmer oder wurmähnliche Segmente direkt im Kot oder am After Ihres Hundes erkennen. Bandwurmglieder sehen dabei aus wie kleine, weiße Reiskörner.
Tückisch ist, dass ein Wurmbefall häufig auch ohne sichtbare Anzeichen verläuft. Ein unauffälliger Hund kann trotzdem Wurmeier ausscheiden und andere Tiere oder sogar Menschen anstecken. Deshalb empfiehlt die ESCCAP regelmäßige Kotuntersuchungen, auch bei symptomfreien Hunden.²
Wie sehen Würmer beim Hund aus?
Je nach Wurmart unterscheidet sich das Erscheinungsbild deutlich, und nicht alle Würmer lassen sich mit bloßem Auge erkennen.
Wurmart | Aussehen | Größe | Im Kot erkennbar? |
|---|---|---|---|
Spulwurm | spaghettiartig, weißlich-gelblich | 10–18 cm | Ja, bei starkem Befall |
Bandwurm | reiskornähnliche Segmente | ca. 1 cm (Segmente) | Im Afterbereich und Kot |
Hakenwurm | sehr dünn, rötlich | 1–2 cm | Kaum sichtbar |
Peitschenwurm | peitschenförmig, dünn | 4–7 cm | Selten sichtbar |
Größenangaben nach DocCheck Flexikon und MSD Tiergesundheit.³ ⁴ Wenn Sie verdächtige Funde im Kot Ihres Hundes bemerken, sammeln Sie eine Probe und bringen Sie diese zur Tierarztpraxis. Dort lässt sich unter dem Mikroskop feststellen, ob und welche Wurmart vorliegt.
Welche Wurmarten gibt es beim Hund?
In Deutschland kommen vor allem sechs Wurmarten beim Hund vor, jede mit eigenen Übertragungswegen und Risiken.
Spulwurm (Toxocara canis)
Der Spulwurm ist der häufigste Darmparasit beim Hund, besonders bei Welpen. Die Übertragung erfolgt über den Kontakt mit infiziertem Kot, über Beutetiere oder bereits im Mutterleib. Spulwurmlarven können die Plazenta passieren und Welpen schon vor der Geburt infizieren. Ein starker Befall führt zu Wachstumsstörungen, Durchfall und im schlimmsten Fall zu Darmverschluss.³
Bandwurm (Dipylidium caninum, Echinococcus)
Bandwürmer gelangen häufig über Flöhe in den Hundekörper, denn Flöhe sind Zwischenwirte für den Gurkenkernbandwurm. Auch Beutetiere wie Mäuse übertragen Bandwurmlarven. Wer Flöhe konsequent fernhält, senkt damit gleichzeitig das Bandwurm-Risiko. Besonders gefährlich für den Menschen ist der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis), der schwere Organschäden verursachen kann.
Hakenwurm (Ancylostoma caninum)
Hakenwürmer bohren sich in die Darmschleimhaut und ernähren sich vom Blut des Hundes. Bei starkem Befall droht Blutarmut, erkennbar an blassen Schleimhäuten und Erschöpfung. Die Larven können auch über die Haut eindringen, etwa wenn der Hund auf kontaminiertem Boden liegt.
Peitschenwurm (Trichuris vulpis)
Der Peitschenwurm siedelt sich im Dickdarm an und verursacht chronischen, teils blutigen Durchfall. Sein Befall bleibt oft lange unentdeckt, weil die Eier im Kot nur schwer nachweisbar sind und eine Sammelkotprobe über drei Tage nötig sein kann.
Herzwurm (Dirofilaria immitis)
Der Herzwurm kommt vor allem im Mittelmeerraum vor und wird durch Stechmücken übertragen.⁵ Er befällt die Lungenarterien und das Herz und kann unbehandelt lebensbedrohlich werden. Für Hunde, die in Südeuropa Urlaub machen oder von dort stammen, ist eine gezielte Herzwurm-Prophylaxe besonders wichtig.
Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum)
Lungenwürmer werden über Schnecken und Nacktschnecken übertragen, die als Zwischenwirt dienen.⁶ Hunde infizieren sich, wenn sie Schnecken fressen oder belecken, manchmal auch unbemerkt über verschleimtes Gras. Typische Symptome sind Husten, Atemnot und Gerinnungsstörungen.
Woher bekommen Hunde Würmer?
Selbst ein Hund mit wenig Auslauf ist nicht vollständig geschützt, denn die Ansteckungswege sind vielfältiger als viele denken.
Am häufigsten infizieren sich Hunde über kontaminierten Kot anderer Tiere. Schon das Beschnüffeln beim Spaziergang reicht aus, um Wurmeier aufzunehmen. Auch Beutetiere wie Mäuse, Vögel oder Frösche tragen Wurmlarven in sich.
Oft unterschätzt wird die Rolle von Flöhen. Wenn ein Hund beim Putzen oder Kratzen einen infizierten Floh verschluckt, kann er sich mit dem Gurkenkernbandwurm anstecken. Wirksame Flohprophylaxe ist deshalb gleichzeitig Bandwurm-Vorbeugung.
Wer seinen Hund roh füttert (BARF), sollte bedenken, dass rohes Fleisch und Innereien ebenfalls Wurmlarven enthalten können, wenn sie nicht ausreichend eingefroren wurden.
Bei Welpen beginnt das Risiko noch früher. Spulwurmlarven werden bereits über die Plazenta oder die Muttermilch übertragen, sodass Welpen schon bei der Geburt infiziert sein können.
Können Würmer vom Hund auf den Menschen übertragen werden?
Ja, einige Wurmarten können vom Hund auf den Menschen übergehen. Am relevantesten sind der Spulwurm und der Fuchsbandwurm.
Spulwurmlarven können beim Menschen als sogenannte Larva migrans durch den Körper wandern und in seltenen Fällen Organe wie Leber oder Augen schädigen. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) löst die alveoläre Echinokokkose aus, eine ernste Erkrankung, die vor allem die Leber betrifft und unbehandelt schwere Verläufe nehmen kann.⁷
Die Übertragung erfolgt in der Regel über Schmierinfektion, also über kontaminierte Erde, verschmutztes Fell oder mangelnde Handhygiene nach dem Kontakt mit dem Hund. Besonders gefährdet sind Kinder, die im Sandkasten oder Garten spielen, immungeschwächte Personen und Schwangere.²
So schützen Sie sich und Ihre Familie:
Nach jedem Kontakt mit dem Hund und vor dem Essen die Hände gründlich waschen
Hundekot im Garten und unterwegs sofort entsorgen
Die Entwurmung oder Kotuntersuchung des Hundes konsequent einhalten
Bei Verdacht auf eine Übertragung den Hausarzt aufsuchen
Wie oft sollten Sie Ihren Hund entwurmen?
Die pauschale Empfehlung „viermal im Jahr entwurmen" gilt inzwischen als überholt. Die ESCCAP empfiehlt stattdessen eine individuelle Risikoeinschätzung.⁸
Bei niedrigem Risiko (Wohnungshund, kein Kontakt zu Artgenossen, kein Rohfleisch) genügen ein bis zwei Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr. Hunde mit mittlerem Risiko, also mit regelmäßigem Freilauf und Kontakt zu anderen Hunden, sollten mindestens viermal jährlich untersucht oder entwurmt werden. Bei hohem Risiko (Jagdhunde, BARF-Fütterung, enger Kontakt zu Kindern oder immungeschwächten Personen) empfiehlt die ESCCAP monatliche Entwurmung oder Kotuntersuchung.
Für Welpen gilt ein gesonderter Plan.⁹ Die erste Entwurmung erfolgt bereits ab der zweiten Lebenswoche. Danach wird alle zwei Wochen entwurmt, bis etwa zwei Wochen nach dem Abstillen. Anschließend empfiehlt die ESCCAP eine monatliche Entwurmung bis zum sechsten Lebensmonat.
Wer seinem Hund die regelmäßige Medikamentengabe ersparen möchte, kann stattdessen auf Kotuntersuchungen setzen. Dabei wird der Kot auf Wurmeier und Larven untersucht, und eine Behandlung erfolgt nur bei tatsächlichem Befall. Laut ESCCAP ist diese Methode eine anerkannte Alternative zur prophylaktischen Entwurmung, sofern sie regelmäßig und konsequent durchgeführt wird.¹⁰
Weder eine Wurmkur noch ein Naturmittel wirkt vorbeugend. Eine Entwurmung tötet nur die zum Zeitpunkt der Gabe vorhandenen Parasiten ab. Schon am nächsten Tag kann sich der Hund neu infizieren.
Wie lange sind nach einer Wurmkur noch Würmer im Kot?
In den ersten ein bis drei Tagen nach einer Wurmkur ist es völlig normal, abgestorbene Würmer oder Wurmteile im Kot zu finden. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern zeigt, dass die Behandlung wirkt.
Die meisten Wurmkuren töten die Parasiten innerhalb von 24 bis 48 Stunden ab. Bis der Darm sie vollständig ausgeschieden hat, vergehen bis zu drei Tage. Bei Bandwürmern lösen sich die Segmente häufig auf und sind im Kot nicht mehr als ganzer Wurm erkennbar.
Wenn nach fünf Tagen weiterhin lebende, sich bewegende Würmer sichtbar sind, sollten Sie erneut Ihre Tierarztpraxis aufsuchen. Möglicherweise ist eine Nachbehandlung mit einem anderen Wirkstoff nötig. Bei bestimmten Wurmarten empfiehlt sich ohnehin eine Kontrolluntersuchung nach zwei bis vier Wochen.
Bedenken Sie auch, dass eine Wurmkur neben den Parasiten das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora beeinflusst. Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, wie Sie dem gezielt entgegenwirken können.
So beugen Sie Wurmbefall bei Ihrem Hund vor
Einen vollständigen Schutz vor Würmern gibt es nicht, dafür sind die Ansteckungswege zu vielfältig. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko aber deutlich senken.
Halten Sie die empfohlenen Entwurmungsintervalle oder Kotuntersuchungen konsequent ein und besprechen Sie den individuellen Plan mit Ihrer Tierarztpraxis. Entfernen Sie Hundekot im Garten und unterwegs sofort, waschen Sie regelmäßig die Schlaf- und Liegeplätze Ihres Hundes und achten Sie auf gründliches Händewaschen nach dem Streicheln. Wenn Sie Ihren Hund roh füttern, frieren Sie Fleisch und Innereien mindestens zehn Tage bei minus 20 Grad ein, bevor Sie es verfüttern.
Flohprophylaxe als Bandwurm-Schutz
Flöhe sind die häufigsten Überträger des Gurkenkernbandwurms. Wer Flöhe konsequent fernhält, reduziert gleichzeitig das Bandwurm-Risiko. Das Anibio Melaflon Spray bietet pflanzlichen Schutz vor Flöhen, Zecken und Milben, ganz ohne Insektizide und auf Basis des rein pflanzlichen Wirkstoffs Geraniol.
Darmpflege nach der Entwurmung
Jede Wurmkur beeinflusst das empfindliche Darmmilieu Ihres Hundes. Um die Regeneration gezielt zu unterstützen, hat Anibio zwei pflanzliche Ergänzungsfuttermittel entwickelt.
Anibio Wurmalin das Darmilieu positiv beeinflußen und unterstützt die Verdauung. Die Rezeptur mit Thymian, Kamille, Passionsblume, Echinacea und Fenchel ist besonders schonend und wird drei- bis viermal jährlich über mindestens 16 Tage verabreicht.
Anibio Darm-Probiotic ergänzt die Darmflora mit natürlichen Milchsäurebakterien und eignet sich besonders gut nach einer Wurmkur, bei Futterumstellung oder nach einer Antibiotika-Behandlung. Die pflanzlichen Kapseln werden über mindestens fünf Wochen gegeben.
Beide Produkte ersetzen keine tierärztliche Entwurmung. Sie ergänzen sie und können zur Unterstützung der Darmflora beitragen.
Häufige Fragen zu Würmern beim Hund
Können Würmer beim Hund von alleine weggehen?
Nein. Ein Wurmbefall verschwindet nicht von selbst, sondern verschlimmert sich ohne Behandlung. Manche Wurmarten vermehren sich im Darm und können bei starkem Befall zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Lassen Sie Ihren Hund deshalb immer tierärztlich behandeln.
Muss ich mit meinem Hund sofort zum Tierarzt, wenn ich Würmer entdecke?
Ein Wurmbefall ist in den meisten Fällen nicht akut lebensbedrohlich, sollte aber zeitnah behandelt werden. Vereinbaren Sie innerhalb weniger Tage einen Termin und bringen Sie eine frische Kotprobe mit, damit die Wurmart bestimmt und gezielt behandelt werden kann.
Kann sich ein Welpe schon im Mutterleib mit Würmern anstecken?
Ja, Spulwurmlarven können die Plazenta passieren und Welpen bereits vor der Geburt infizieren. Auch über die Muttermilch ist eine Übertragung möglich. Deshalb beginnt das Entwurmungsschema für Welpen bereits ab der zweiten Lebenswoche.⁹
Darf ich meinen Hund streicheln, wenn er Würmer hat?
Sie dürfen Ihren Hund weiterhin streicheln, solange Sie auf konsequente Handhygiene achten. Waschen Sie sich nach jedem Kontakt gründlich die Hände, besonders vor dem Essen. Kinder sollten vorübergehend keinen engen Kontakt zum Gesicht des Hundes haben, bis die Behandlung abgeschlossen ist.
Kann mein Hund trotz regelmäßiger Wurmkur wieder Würmer bekommen?
Ja, denn eine Wurmkur tötet nur die zum Zeitpunkt der Behandlung vorhandenen Parasiten. Einen vorbeugenden Schutz bietet sie nicht, sodass sich Ihr Hund schon am nächsten Tag neu anstecken kann. Regelmäßige Entwurmungen oder Kotuntersuchungen bleiben deshalb dauerhaft notwendig.
Quellen:
¹ Barutzki, D. (2003): Prävalenzen von Endoparasiten bei Hund und Katze. vetline.de
² ESCCAP Deutschland: Würmer bei Hunden. esccap.de
³ DocCheck Flexikon: Toxocarose (Hund). flexikon.doccheck.com
⁴ MSD Tiergesundheit: Wurmbefall adulte Hunde. msd-tiergesundheit.de
⁵ DocCheck Flexikon: Dirofilaria immitis. flexikon.doccheck.com
⁶ Bundesverband für Tiergesundheit: Lungenwürmer beim Hund. bft-online.de
⁷ tiermedizinportal.de: Würmer beim Hund. tiermedizinportal.de
⁸ ESCCAP Deutschland: Wie oft Hunde entwurmen. esccap.de
⁹ ESCCAP Deutschland: Hundewelpen richtig entwurmen. esccap.de
¹⁰ ESCCAP Deutschland: Kotuntersuchung oder Entwurmen. esccap.de
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